ING-Bank hat Interhyp im Visier

Datum: 19.05.2008
Die niederländische ING-Bank hat am 19.5. ein Übernahmeangebot für die Aktien der Interhyp veröffentlicht. Pro Namensstückaktie bieten sie 64 Euro, was einer Unternehmensbewertung von insgesamt etwa 416 Millionen Euro entspricht. Allerdings stieg der Kurs der Aktie nach Bekanntgabe des Angebots im Laufe des Montagvormittags um circa 40 Prozent auf mehr als 68 Euro und übertraf damit sogar das Angebot der Niederländer.

Nach Angaben der ING Gruppe haben sich die beiden Interhyp-Hauptgesellschafter Robert Haselsteiner und Marcus Wolsdorf,, unwiderruflich zum Verkauf aller in ihrem Besitz befindlichen Anteile verpflichtet. Somit erlangt die ING mit sofortiger Wirkung rund 32 Prozent der Aktien. Im Gegenzug sollen Haselsteiner und Wolsdorf auch nach der Übernahme CEOs der Gesellschaft bleiben und das Unternehmen zusammen mit dem künftigen Finanzchef Jörg Utecht leiten.

Im Anschluss an die Hauptversammlung von Interhyp am 4. Juni beginnt die Annahmefrist für deren Aktionäre. Vorteil für diese ist der dadurch aufrechterhaltene Anspruch auf die Dividende für 2007. Diese wird mit knapp 27 Millionen Euro weit über dem Jahresüberschuss von 18,1 Millionen Euro liegen.

Interhyp ist der größte unabhängige Anbieter privater Immobilienfinanzierungen in Deutschland. Momentan werden die Baufinanzierungsvermittlungen, die 2007 ein Volumen von 5,658 Milliarden Euro erreicht haben, von knapp 500 Mitarbeitern an 17 Standorten geleistet. In Konkurrenz vor allem zu Sparkassen verfügt die Interhyp zur Zeit über einen Marktanteil von etwa drei Prozent. Nach erfolgreicher Übernahme will die ING den Firmensitz der Interhyp in München belassen. Die Expansion von Interhyp ins Ausland soll jedoch in naher Zukunft erfolgen.

Die ING Gruppe ist international tätig und betreut mit etwa 125.000 Mitarbeitern mehr als 75 Millionen Kunden. Bekannt ist sie in der Bundesrepublik in erster Linie durch ihre Direktbank ING-DiBa, deren Wachstumsraten in den letzten Jahren weit überdurchschnittlich waren.
Quelle: Financial Times Deutschland vom 19.4.08