Insolvenz bei Autohändler Weilbacher

Datum: 20.02.2013
Die Brandenburger Automobilgesellschaft Weilbacher mbH muss in die Insolvenz. Und zwar nicht wegen schlechter Verkaufszahlen, hoher Schulden oder weil sie zu hoch hinaus wollte. Der Grund ist ein seit Jahren andauernder Rechtsstreit mit dem Daimler-Konzern, dessen Modelle die Basis bei Weilbacher bilden. 130 Mitarbeiter in Eberswalde, Prenzlau, Schwedt und Strausberg fürchten um ihre Arbeitsplätze.

Währenddessen schieben sich Geschäftsführer Michael Weilbacher und der Stuttgarter Autobauer gegenseitig den schwarzen Peter zu. Daimler wirft Weilbacher vor, Originalteile an Händler in Russland veräußert zu haben. Der Verkauf von Teilen außerhalb der EU ist Handelsvertretern aber nicht gestattet. Weilbacher bestreitet die Vorwürfe. Trotzdem gab das Landgericht Stuttgart Daimlers Widerspruch gegen eine Einstweilige Verfügung statt, woraufhin die keine Originalteile mehr an Weilbacher liefern, was für deren Werkstätten ein harter Schlag ist.

Weilbacher wirft Daimler vor, das eigentlich vom Konzern falsch gemachte Zinsabrechungen der Streitauslöser waren und die Stuttgarter ihren Fehler nicht korrigieren wollen. Die Zahl der Verfahren ist inzwischen zweistellig. Der Streitwert liegt bei etwa zehn Millionen. Weilbacher gab an, dass in die Prozessiererei inzwischen einen "satten sechsstelligen Betrag gekostet" habe.
Quelle: autohaus.de vom 19.2.13