Insolvenz bei Autozulieferer Honsel

Datum: 26.10.2010
Pleite im Aufschwung. Eine bittere Pille für die weltweit etwa 4.000 Mitarbeiter des Sauerländer Unternehmens. Grund ist wohl die große Schuldenlast, die seit der Übernahme durch die RJH International in Brüssel, einer Tochtergesellschaft des US-Investors Ripplewood im Jahr 2004 drückt.

Denn wie leider nicht unüblich, wurde der Kauf kreditfinanziert, die Kosten auf das Unternehmen selbst abgewälzt. Wegen der daraus resultierenden Schwierigkeiten erließen Gläubiger, darunter auch große Autobauer, 2009 bereits 370 Millionen Euro Verbindlichkeiten und wurden dafür mit 49 Prozent an Honsel beteiligt. Laut Vorstandssprecher Stefan Eck habe die fehlende Liquidität laufende Projekte behindert und einen Investitionsstau ausgelöst.

Honsel ist in der Leichtmetallverarbeitung tätig und fertigt Getriebegehäuse, Motorblöcke, Zylinderköpfe sowie Karosserie- und Fahrwerksteile. Am Stammsitz in Meschede werden rund 2.200 Mitarbeiter beschäftigt, in Nürnberg noch einmal 700. Dazu kommen Niederlassungen in Frankreich, Spanien, Rumänien, Mexiko und Brasilien. Der Unsatz lag zuletzt bei 540 Millionen Euro.
Quelle: spiegel.de vom 25.10.10