Investoren bestätigen Interesse an Hertie

Datum: 05.05.2009
Endlich mal wieder eine positive Meldung für die rund 2.800 Beschäftigten in den verbliebenen 54 Hertie-Filialen. Eine Investorengruppe will die insolvente Warenhauskette übernehmen und weiterführen. Eine entsprechende Absichtserklärung wurde bereits unterschrieben.

Zustimmung zu diesem Plan gibt es allenthalben. Nur aus den Niederlanden war bisher noch kein Statement zu bekommen. Und ohne das geht nichts. Denn dort hat die Mercatoria Acquisitions (MABV) ihren Sitz. Die ist für die Immobilien zuständig, nachdem ihr - und auch Herties - britischer Mutterkonzern Dawnay Day 2008 ebenfalls in die Zahlungsunfähigkeit abrutschte. Und die MABV bevorzugt einen Einzelverkauf der Häuser.

Bei den potenziellen Investoren, zu denen erfahrene international tätige Handelsmanager gehören, herrscht jedoch eine positive Grundstimmung, die von einem o.k. der Niederländer ausgeht. Denn das Land Nordrhein-Westfalen scheint bereit, den Rettungsplan durch Bürgschaften zu stützen. Auch der Gesamtbetriebsrat würde das neue Konzept mittragen. Das zielt vor allem auf Frauen und junge Familien ab und würde Hertie im mittleren Marktsegment positionieren.

Die Essener Warenhauskette gehörte als "Karstadt kompakt" bis 2005 zum damaligen Karstadt-Quelle-Konzern. Dann übernahm Dawnay Day zusammen mit der britischen Unternehmensberatung Hilco für 500 Millionen Euro. Anfang März 2009 folgte der bittere Gang vor den Insolvenzrichter, auch als Konsequenz aus der Pleite der Londoner Konzernmutter.
Quelle: Spiegel-online vom 4.5.09