Jaguar und Rover gehen an Tata

Datum: 27.03.2008
Das Bieten um die beiden britischen Traditionsmarken Rover und Jaguar, das im Juni letzten Jahres durch die offiziell gemachten Trennungsabsichten des Mutterkonzerns Ford ausgelöst wurde, hat ein Ende. Gewinner ist Indiens größter Automobilkonzern Tata Motors.

Umgerechnet 1,5 Milliarden Euro überweist Tata dafür an Ford. Dadurch erwirbt das indische Unternehmen zwar das lukrative Geschäft mit Rover. Entscheidend für Ford war jedoch der Verkauf des Sorgenkindes Jaguar. Nach der Übernahme 1989 für eine Summe von etwa 2,1 Milliarden Euro, schrieb Jaguar trotz der Investition von geschätzten zehn Milliarden Dollar kontinuierlich rote Zahlen.

Die Arbeitnehmer, vor allem in Großbritannien, scheinen den Deal laut TAZ mehrheitlich zu befürworten. Grund dafür ist die Aussage des Konzernchefs Ratan Tata, der einen Erhalt sämtlicher rund 16.000 Arbeitsplätze bei beiden Unternehmen zugesichert hatte.

In Indien löste der Kauf eine Welle der Begeisterung aus. Nach mehreren großen Übernahmen wird dieser neuerliche Coup vor allem deshalb so gefeiert, weil ihm eine nicht zu unterschätzende symbolische Bedeutung innewohnt. Denn Tata wagt sich damit in das Kerngeschäft der westlichen Industrieländer, den Automobilbau, vor. Ein aus einem Schwellenland stammender Konzern erwirbt gleich zwei Luxusmarken, deren Käuferschicht selbst in den Industrienationen zu den wohlhabenden zählt.

Ob Tata Jaguar wieder in die Gewinnzone führen kann, bleibt abzuwarten. Tata hat hierzulande vor allem mit der Entwicklung des Tata Nano, eines ab Sommer erhältlichen Billigstwagens, für Aufsehen gesorgt. Mit diesem Modell hat sich der Konzern eine extrem gute Position für die aufstrebenden Märkte in Südamerika, Afrika und Asien gesichert.
Quelle: FAZ.net vom 27.3.2008 und TAZ.de vom 27.3.2008