Jamba bimmelt nur noch für Murdoch

Datum: 08.10.2008
Die US-amerikanische News Corporation, die zum Medienimperium von Rupert Murdoch gehört, übernimmt den Klingelton-Anbieter Jamba komplett. Für die 49 Prozent, die dafür noch fehlten, fließen rund 200 Millionen Dollar an VeriSign. Die anderen 51 Prozent wurden bereits 2007 für etwa 188 Millionen Dollar vom New Yorker Konzern gekauft.

Jamba wurde im Jahr 2000 von den ebay-Gründern Marc, Oliver und Alexander Samwer ins Leben gerufen und entwickelte sich schnell zu einem der weltweit größten Anbieter von Klingeltönen und Handyspielen. Mit intensiven, sich laufend wiederholenden Werbekampagnen, die vom Budget im Jahr 2004 sogar McDonald's in Deutschland übertrafen, wurde vor allem auf den Musiksendern Viva und MTV um junge Kundschaft gebuhlt. Wer kennt nicht mehr den damals allgegenwärtigen Crazy Frog und sein nervtötendes Gequäke. Dabei stand wiederholt der Vorwurf der Abzocke von Jugendlichen im Raum, denen mit teuren Tönen und Abos das Geld aus der Tasche gezogen worden sein soll.

VeriSign erwarb Jamba 2004 für circa 228 Millionen Euro von debitel, MediaSaturn und Electronic Partner. Der jetzt, vier Jahre später erfolgte vollständige Verkauf wird damit begründet, dass die IT-Sicherheits- spezialisten sich künftig wieder mehr auf ihr Kerngeschäft konzentrieren wollen. Die Berliner Klingeltonexperten sollen künftig mit ihren 800 Mitarbeitern bei News Corporation in deren Unterhaltungs-Sparte Fox Mobile Entertainment integriert werden.

News Corporation ist eines der größten Medienunternehmen mit einem Umsatz von rund 33 Milliarden Dollar und 53.000 Beschäftigten. Zum Konzern gehören unter anderem das Online-Portal MySpace sowie 25 Prozent der Anteile des deutschen Bezahlsenders Premiere.
Quelle: Pressemitteilung der News Corporation vom 7.10.08