Jetzt neu: Pernod mit Absolut Vodka

Datum: 01.04.2008
Das Bietergefecht um den staatlichen schwedischen Alkoholkonzern Vin & Sprit und seine begehrte Marke Absolut Vodka hat ein Ende. Pernod Ricard setzte sich gegen die Konkurrenz, die zum Schluss aus Bacardi, Fortune Brands und dem Finanzinvestor EQT bestand, durch. Der Kaufpreis beträgt 5,626 Milliarden Euro und beinhaltet die Übernahme von Schulden in Höhe von 346 Millionen Euro.

Trotzdem verlor die Pernod-Aktie zunächst an der Börse. Sie schloss am Montag mit einem Minus von 4,4 Prozent, da der Kaufpreis vielfach als sehr hoch angesehen wird. Eigenen Angaben zufolge zahlt der französische Konzern das 20,8-Fache des Gewinns vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen von Vin & Sprit. Außerdem wird der Kauf komplett über Kredite finanziert, wodurch nun insgesamt 12 Milliarden Euro Nettoschulden auf Pernod Ricard lasten.

Vin & Sprit beschäftigt 2100 Mitarbeiter und stellt unter anderem die Marken Plymouth Gin, Gammel Dansk und Malteserkreuz her. Absolutes Sahnestückchen des Konzerns ist jedoch das Label Absolut Wodka, mit dem alleine rund 62 Prozent des Umsatzes von 10,3 Milliarden und der Großteil des Gewinns von 2,3 Milliarden Kronen eingefahren wurde. Absolut hält bei Vodka einen Marktanteil von mehr als 25 Prozent und ist in Nordeuropa unangefochtener Verkaufsspitzenreiter. Nach Branchenschätzungen ist Absolut Vodka weltweit die am vierthäufigsten verkaufte Spirituosenmarke.

Pernod Ricard erzielte im letzten Jahr einen Umsatz von mehr als 6 Milliarden Euro und besitzt bereits so bekannte Marken wie Ramazzotti, Havana Club, Chivas, Ballantines, Martell, Dubonnet oder Mumm.

Da die Franzosen bislang keine eigene Vodkamarke produziert haben, vertrieben sie die russische Marke Stolichnaya. Mit der Übernahme von Vin & Sprit endet diese Zusammenarbeit jedoch. Die Führungsspitze von Pernod Ricard sieht in der Integration von Absolut in die vorhandene Palette von Premiummarken, kombiniert mit den weltweit hervorragend ausgebauten Vertriebsmöglichkeiten des Konzern, extrem gute Wachstumsperspektiven.
Quelle: Financial Times Deutschland vom 31.3.2008