Junghans Uhren ticken jetzt anders

Datum: 23.01.2009
Auch in der vermeintlich so harten Gesch├Ąftwelt sind Emotionen manchmal durchaus handlungsleitend. Hans-Jochem Steim und sein Sohn Hannes gaben als einen Grund f├╝r die jetzt erfolgte ├ťbernahme des weltweit bekannten Uhrenherstellers Junghans an, dass ihnen die Produktion am Stammsitz im Schwarzwaldst├Ądtchen Schramberg, wo Hans-Jochem Steim geboren wurde, am Herzen liegen w├╝rde. Und au├čerdem die Marke Junghans zu ihrem Leben dazugeh├Âren w├╝rde.

├ťber die n├Âtigen finanziellen Mittel f├╝r den Kauf verf├╝gen die Steims auf jeden Fall. Ihnen geh├Ârt das Unternehmen Hugo Kern und Liebers GmbH & Co. KG, das mit 5.400 Besch├Ąftigten 2008 einen Umsatz von 470 Millionen Euro generieren konnte. Schwerpunkte liegen auf der Herstellung von Sicherheitsgurtfedern f├╝r Autos und Platinen f├╝r die Feinstrumpfhosenproduktion. Vater und Sohn betonen allerdings, dass beide Unternehmen strikt getrennt voneinander gef├╝hrt werden und Junghans im Privatbesitz der beiden verbleiben wird.

Junghans war im Sommer letzten Jahres durch das finanzielle Chaos im EganaGoldpfeil Konzern in die Insolvenz geraten. Nun kann das Traditionsunternehmen wieder positiv gestimmt nach vorne schauen, da die Steims ein langfristig angelegtes Konzept vorgelegt haben. Danach sollen von den zuletzt 115 Mitarbeitern 80 ├╝bernommen werden. Die ├╝brigen sollen bei vollem Lohnausgleich f├╝r ein Jahr in eine Qualifizierungsgesellschaft wechseln. Die Konzentration wird k├╝nftig Uhren in Einstiegs- und Mittelpreislagen gelten, damit die einst gr├Â├čte Uhrenfabrik der Welt zumindest nicht von der Unternehmenslandkarte verschwindet.
Quelle: Stuttgarter Nachrichten vom 22.1.09