Kabelanbieter Orion im Fokus von Versatel

Datum: 26.08.2009
Das Düsseldorfer Telekommunikationsunternehmen Versatel, aktuell die Nummer fünf in Deutschlands Telekom-Markt, greift nach dem drittgrößten deutschen Kabelanbieter Orion. Eine Finanzierung wird bereits vorbereitet, ist aber gleichzeitig die Archillesferse in den Plänen des Versatel-Managements.

Denn der Preis von Orion wird von Experten mit bis zu 450 Millionen Euro beziffert. Diese Summe ist für Versatel alleine nicht zu stemmen, da die Kreditlinie der Düsseldorfer nicht über 100 Millionen Euro hinausgeht. Eine Möglichkeit wäre, dass einer der drei großen Versatel-Gesellschafter Apax, Cyrte Investments oder United Internet seiner Tochter mit dem nötigen Geld aushilft.

Denn ein Zusammengehen von Orion und Versatel hätte für beide Seiten große Vorteile. In den beiden sowieso immer mehr zusammenwachsenden Branchen Kabel und Telekommunikation könnten die Düsseldorfer ihr Glasfasernetz mit der Kabeltechnik von Orion kombinieren. Dadurch wären sie in der Lage, den Endkunden ein TV-Signal zu liefern und den beiden Kabel-Branchenführern Kabel Deutschland und Unitymedia Konkurrenz zu machen. Nicht umsonst zeigten die beide ebenfalls Interesse an Orion. Versatel könnte somit neben Internet- und Telefonanschluss auch Kabelfernsehen aus einer Hand anbieten.

Orion wiederum befindet sich durch seine überschuldete Konzernmutter Escaline in einer prekären Situation. Auf Grund der Verbindlichkeiten von etwa 1,7 Milliarden Euro droht eine Zerschlagung des Unternehmens. Momentan hat Orion 3,2 Millionen Kunden. Der Umsatz lag zuletzt bei 259 Millionen Euro. Versatel konnte zwar 762 Millionen Euro umsetzen, hat aber nur rund 870.000 Kunden.
Quelle: handelsblatt.com vom 25.8.09