Katholischer Kirche passt Weltbild nicht mehr

Datum: 08.07.2008
Wie die Frankfurter Allgemeine meldet will sich die katholische Kirche von ihrer Augsburger Weltbild-Verlagsgruppe trennen. Der Vorsitzende der Weltbild-Geschäftsführung Carel Halff hielt sich zu diesem Thema allerdings eher bedeckt. Er verneinte, dass es bisher konkrete Verkaufsgespräche mit Interessenten gegeben habe und sieht auch in einer Partnerschaft eine Möglichkeit der Weiterführung. Wie die FAZ weiter berichtet, gelte aber in informierten Kreisen ein Komplettverkauf als ziemlich sicher.

Wirtschaftliche Gründe sind dafür wohl nicht ausschlaggebend. Schon eher der Konflikt zwischen theologischen und weltlich-geschäftlichen Interessen, der immer mal wieder hochkocht, wie im Fall des Bestsellers Sakrileg. Die Thesen des Autors sorgten in der katholischen Kirche für reichlich Entrüstung, die zu einem Sturm anschwoll, als Weltbild auch noch Werbung für das Buch machte.

Weltbild beschäftigt rund 7.400 Mitarbeiter und konnte seinen Umsatz im gerade abgelaufenen Geschäftsjahr um 21 Prozent auf 1,94 Milliarden Euro steigern. Allerdings sind darin auch konzerninterne Geschäfte enthalten, da das Unternehmen keine konsolidierten Umsätze und Ergebniszahlen veröffentlicht.

Bei einem möglichen Verkauf, egal ob in einem Paket oder für einzelne Teile, werde der Verantwortung als kirchlicher Gesellschafter Rechnung getragen, wie Weltbild-Aufsichtsratschef Klaus Donaubauer sagte. Deshalb werden soziale Kriterien über eine Gewinnmaximierung des auf einen Wert von 400 bis 500 Millionen Euro taxierten Unternehmens gestellt. Aus diesem Grund werden wohl auch mögliche Angebote von Finanzinvestoren keine Rolle spielen. Als Wunschkandidat wurde der Holtzbrink-Verlag ins Spiel gebracht. Auch die Buchhandelskette Thalia und der Buchhändler Hugendubel dürften ernstzunehmende Übernahmekandidaten sein.
Quelle: FAZ vom 8.7.08