Kaupthing wird staatlich

Datum: 10.10.2008
Jetzt ist auch die letzte der drei großen isländischen Banken in Staatshand. Nachdem bereits die Banken Glitnir und Landsbanki auf Grund des drohenden Staatsbankrotts in Staatseigentum übergegangen sind, folgte nun auch Kaupthing, die größte Bank in Island.

Deren Spitze hatte noch letzte Woche behauptet, dass die Finanzkrise ihrem Institut nichts anhaben könne, da es über eine ausgezeichnete Kapitalbasis und über genügend Liquidität verfüge. Gestern stellte sich die Lage jedoch etwas anders dar. Die Notenbank Schwedens stellte 516 Millionen Euro als Notkredit zur Verfügung um einen sofortigen Crash zu verhindern. Daraufhin zog der kleine Nordatlantikstaat die Notbremse.

Ein isländischer Bankrott könnte sich für ganz Europa zum Horrorszenario ausweiten, da die Banken untereinander stark vernetzt sind. Kaupthing ist zum Beispiel auch in Deutschland sehr aktiv. Aber gerade viele britische Unternehmen sind von den Banken des kleinen Island stark abhängig. Schon am Dienstag bekamen zudem rund 200.000 britische Kunden der Landsbanki keine Sparanlagen mehr ausgezahlt, woraufhin das Institut noch am gleichen Tag verstaatlicht wurde.

Für den Staat Island sind die Übernahmen der drei Bankriesen nicht so einfach zu stemmen, da deren zusammengenommene Bilanzsumme das isländische Bruttoinlandsprodukt um das Zehnfache übersteigt.
Quelle: tagesanzeiger.ch vom 9.10.08