Krisenbedingter Konzentrationsprozess bei den Krankenkassen

Datum: 01.07.2010
Der zu Jahresbeginn eingeführte Gesundheitsfonds, der Kostendruck und die desolaten Bilanzen zwingen zum Zusammenrücken. Gleich drei der gesetzlichen Krankenkassen schließen sich zum ersten Juli zusammen. Die Signal Iduna IKK und die IKK Nordrhein fusionieren zur Vereinigten IKK, die Bank BKK und die BKK Neckermann gehen in der neuen Vereinigten BKK auf und die BKK Der Partner schließt sich mit der Pronova BKK zusammen, die der Namensgeber der neuen Organisation sein wird.

Die Anzahl der gesetzlichen Krankenkassen reduziert sich damit auf 163. Im Jahr 1992 gab es noch über 1.200 von ihnen und Prognosen des Bundesversicherungsamtes rechnen damit, dass die Zahl der Krankenkasse in drei bis vier Jahren schon deutlich unter 100 liegen wird. Auch die DAK und die BKK Gesundheit haben bereits Verhandlungen begonnen, um zum Oktober zur DAK Gesundheit zu fusionieren.

Die Fusionswelle ist Ausdruck der grassierenden Angst vor dem System-Kollaps, denn den gesetzlichen Krankenkassen droht 2011 ein Elf-Milliarden-Minus. Kosten für Krankenhäuser, Ärzte und Arzneimittel stiegen weiter. Vor zwei Wochen erst mussten drei Kassen Insolvenz anmelden. Betroffen sind derzeit vor allem die Betriebskrankenkassen, da sie über ein vergleichsweise gesundes Klientel verfügen und daher bis vor kurzem mit niedrigen Beitragssätzen punkten konnten. Durch die Gesundheitsreform und neuem Einheitssatz ist dieser Vorteil jedoch Geschichte.
Quelle: Krankenkassen.de vom 01.07.2010