Kulmbacher Spinnerei steht vor dem Aus

Datum: 17.11.2010
Geschäftsführer Jürgen Knecht meldete gestern Insolvenz an. Lange hatte er gemeinsam mit der Belegschaft dagegen angekämpft. Nun sah er keinen anderen Ausweg mehr, nachdem die drei Hausbanken eine weitere Finanzierung ablehnten. Die Kulmbacher Spinnerei ist seit längerem wirtschaftlich stark angeschlagen. 2009 musste sie einen Umsatzrückgang von 45 Prozent verkraften. Kurzarbeit wurde zum Regelfall.

Betroffen sind 227 Mitarbeiter im fränkischen Mainleus, 45 in Glauchau in Sachsen und eventuell auch 63 in Tschechien. Die nahmen in den letzten Monaten schon Lohneinbußen und Streichung von Urlaubs- und Weihnachtsgeldern hin um ihren Betrieb zu retten. Sie wollen auch jetzt alles in ihrer Macht stehende zum Erhalt der Spinnerei leisten.

Fraglich nur, ob das noch möglich ist. Denn Insolvenzgeld ist nur noch für diesen Monat drin, da die Agentur für Arbeit bereits die Löhne für September und Oktober übernommen hat. Immerhin gibt es noch Aufträge im Gesamtwert von rund zehn Millionen Euro. Ein Hoffnungsschimmer für die Beschäftigten.
Quelle: frankenpost.de vom 17.11.10