Kurzes Gastspiel von Polytech bei Peguform

Datum: 04.05.2009
Offensichtlich hat sich da jemand ganz gehörig verhoben. Nach nur wenigen Monaten verkauft die österreichische Polytec-Gruppe den deutschen Autozulieferer Peguform wieder.

Und das auch noch zu einem Schnäppchenpreis. Hatten die Österreicher selbst noch im Herbst letzten Jahres 218,5 Millionen Euro an den US-Investor Cerberus überwiesen, wurde ihnen jetzt lediglich der 170-Millionen-Euro-Kredit, mit dem sie die Übernahme finanzierten, vom ebenfalls im Alpenstaat ansässigen Finanzinvestor Cross Industries abgenommen. Denn die Schulden drückten. Etwa 350 Millionen Euro sollen sie betragen. Ein Großteil der Kredite läuft in diesem Monat aus. Normalerweise nicht zwingend ein Negativum. Da aber auf Grund der schlechten Wirtschaftslage die Aufträge bei Polytech stark zurückgegangen waren, bekamen die Banken kalte Füße, drohten mit Insolvenz und setzten Polytech damit massiv unter Zugzwang.

Nun konnte zumindest die Insolvenz verhindert werden. Allerdings müssen auch die Banken auf einen Teil ihrer Forderungen verzichten. Die Rede ist von etwa 30 Prozent. Sollten sich die Zahlen bei den Autoteilebauern jedoch bessern und die Umsätze wieder steigen, sollen auch die Kreditinstitute daran beteiligt werden.

Ähnlich wie bei Schaeffler und Continental hat sich hier ein kleineres Unternehmen mit der Übernahme eines größeren Konkurrenten verspekuliert. Von dem Jahresumsatz der Polytec-Gruppe von 2,2 Milliarden Euro bei 13.500 Mitarbeitern leistet Peguform mit 7.500 Beschäftigten alleine 1,4 Milliarden Euro. Hauptsächlich durch Lieferung von Autoteilen an VW.
Quelle: Financial Times Deutschland vom 3.5.09