Kuvertiermaschinenhersteller Böwe geht an Possehl

Datum: 16.11.2010
Der Lübecker Mischkonzern Possehl übernimmt mit sofortiger Wirkung Teile von Böwe. Zumindest ist das für die verbliebenen Angestellten des Augsburger Unternehmens zu hoffen. Denn die mussten in den letzten Monaten einiges hinnehmen. Nach der im Mai beantragten Insolvenz schien mit der Schweizer Private-Equity Gesellschaft Axentum ein neuer Investor gefunden.

Die sprangen aber wieder ab, ließen die Mitarbeiter dadurch weiter im Ungewissen. Jetzt übernimmt also Possehl zumindest das Geschäft in Deutschland, Europa und Japan. Für die übrigen Bereiche besteht eine Kaufoption. Von den ehemals 3.300 Beschäftigten haben nun immerhin 1.200 eine neue berufliche Heimat gefunden, davon 450 am Augsburger Stammsitz.

Allerdings müssen die Kartellbehörden dem Deal noch zustimmen. Böwes Niedergang wurde durch eine zu große Übernahme in den USA eingeläutet, die in der Rezession den Rest des Unternehmens in die Schuldenfalle zog. Zudem muss Böwe sich mit Axentum noch einigen, da das Angebot von Possehl unter der damals vetraglich mit den Schweizern vereinbarten Offerte liegt und Böwe deshalb Schadenersatz verlangen will.

Possehl ist ein weltweit agierender Konzern mit acht dezentral organiserten Geschäftsfeldern. Mit gut 7.000 Mitarbeitern konnte zuletzt ein Umsatz von 1,7 Milliarden Euro erzielt werden. Gerade erst vor zwei Wochen hatte Possehl die DMA Maschinen- und Anlagenbau GmbH & Co. KG aus Höxter mit ihren 90 Beschäftigten übernommen.
Quelle: hl-live.de vom 16.11.10 und welt.de vom 2.11.10