Langenscheidt künftig ohne Duden

Datum: 23.03.2009
Die Berliner Cornelsen Verlagsholding GmbH & Co. übernimmt die Mehrheit an der traditionsreichen Bibliographischen Institut & F.A. Brockhaus AG. Neben den 80 Prozent von Langenscheidt erwirbt sie auch die 10 Prozent, die sich noch im Besitz der Familie Brockhaus befinden. Vorbehaltlich der Zustimmung des Kartellamts soll der Deal bis Ende Juni abgeschlossen werden. Zu den finanziellen Rahmenbedingungen wurden bislang keine Angaben gemacht.

Beide Seiten sehen in der Akquisition gute Entwicklungsmöglichkeiten für Brockhaus. Die Mannheimer sind verantwortlich für die Verlage Duden und Meyers. Das Tradition und ein guter Name alleine aber nicht ausreichend sein müssen, erlebten die Mannheimer in den letzten Jahren. 2007 stand ein Minus von 6,5 Millionen Euro zu Buche, das Strukturveränderungen und Personalabbau sowie den Verkauf der Lexikonreihe Brockhaus an Bertelsmann nach sich zog. Mit dem neuen Eigentümer Cornelsen wird der Standort Mannheim mit seinen 210 Mitarbeitern - bundesweit sind es derzeit noch 400 - gesichert.

Cornelsen ist führend auf dem Schulbuch- und Bildungssektor und sieht in der Neuerwerbung eine ideale Portfolioergänzung. Über die Marke Duden sollen neue Wachstumspotenziale erschlossen werden. Augenblicklich beschäftigt Cornelsen gut 2.700 Mitarbeiter bei einem Jahresumsatz von über 300 Millionen Euro.

Auch Langenscheidt sieht Cornelsen als einen sehr guten Partner für Brockhaus an. Die Münchener begründeten den Verkauf mit einer strategischen Neuausrichtung. Zukünftig soll mehr Gewicht auf die Segmente Fremdsprachen und Reiseführer gelegt werden. Bei Projekten im Bereich Bildung ist eine Zusammenarbeit mit Cornelsen geplant.
Quelle: Pressemitteilung von Cornelsen vom 20.3.09