Lufthansa darf weiter wachsen

Datum: 24.06.2009
Deutschlands größte Fluggesellschaft hat gleich doppelt zugeschlagen. Zum einen legte sie den Streit um die Mehrheitsübernahme bei der britischen Fluggesellschaft British Midland (BMI) bei und kann diese nun durchführen. Zum anderen gab die EU-Kommission grünes Licht für den Erwerb der belgischen SN Brussels Airlines.

Der BMI-Übernahme ging ein monatelang schwelender Konflikt mit BMI-Gründer Michael Bishop voraus, der nun durch eine außergerichtliche Einigung beigelegt werden konnte. Allerdings kann Lufthansa die BMI-Anteile nicht sofort übernehmen, sondern muss diese bei ihrer Tochtergesellschaft LHBD, an der sie 35 Prozent hält, zwischenparken. Zahlen muss sie dafür jetzt rund 56,7 Millionen Euro. Außerdem erhält Bishop 207 Millionen Euro für den Verzicht auf eine zehn Jahre alte Option, die Lufthansa verpflichtet hätte, die einfache Mehrheit an BMI-Aktien zu einem Festpreis zu kaufen. Lufthansa erwirbt mit diesem Deal wichtige Slots am größten Londoner Flughafen Heathrow, wo BMI etwa zehn Prozent der Start- und Landerechte hält.

Im Falle der SN Brussels Airlines gelang es der Lufthansa, die größten Bedenken der EU-Kommission gegen eine Übernahme zu zerstreuen. Trotzdem gab es Auflagen. So mussten sich die Deutschen Kranich-Flieger dazu verpflichten, Slots für bis zu zehn Verbindungen zwischen Brüssel und einigen wichtigen Deutschen sowie Schweizer Städten abzugeben. In den nächsten Tagen wird die Lufthansa zunächst 45 Prozent an der SN Airholding, der Konzernmutter der Brussels Airlines erwerben. Zwischen 2011 und 2014 können dann die übrigen Anteile gekauft werden.

Und damit scheint der Hunger auf Expansion bei der Lufthansa noch nicht gestillt zu sein. Denn die geplante Übernahme von Austrian Airlines (AUA) hängt nach wie vor in der Warteschleife.
Quelle: Spiegel-online vom 22.6.09