Microsoft will Yahoo

Datum: 02.02.2008
Die Meldung vom Freitag: Microsoft will Yahoo übernehmen. Nachdem die Gewinnzahlen für das vierte Quartal um einen Viertel eingebrochen sind will Microsoft die Chance nutzen um Yahoo für fast 45 Milliarden Dollar zu übernehmen.

Kampf gegen Google. Der neue Werberiese. So ähnlich hiess es in den Schlagzeilen. Was dahinter steckt ist klar. Microsoft will sich einen Teil vom immer größer werdenden Online-Werbemarkt abschneiden. Aber was bedeutet das in der Konsequenz für die Märkte in den USA und speziell für uns in Deutschland?

In den USA hat Yahoo einen viel größeren Anteil bei den Suchmaschinen als in Deutschland. Google kam im Oktober auf einen Marktanteil von 57 Prozent, gefolgt von Yahoo mit 23,7 Prozent und MSN (Microsoft) mit 10,3 Prozent. Zusammen kämen Yahoo und MSN dann auf ein Drittel Marktanteil.

In Deutschland sieht die Situation anders aus: Da hat es Deutschland Statthalter Peter Würtenberg geschafft Yahoo von einer einst guten Position ins Abseits zu schiessen und sich dann zu verabschieden. Yahoo spielt in Deutschland kaum eine Rolle. Da haben die Portale von web.de, freenet und gmx die Nase vorn. Bei den Suchmaschinen gibt es in Deutschland eigentlich nur einen: Google. Hier liegt der Marktanteil bei 90 bis 98 Prozent wie sicherlich fast jeder Seitenbetreiber bestätigen kann.

Zumindest in den USA und auch weltweit hat Microsoft eine Basis für einen Angriff auf Yahoo. Man darf Microsoft nicht unterschätzen. Erinnern wir uns: In den Anfangszeiten des Internets gab es einen Browser namens Netscape. Der hatte anfangs Marktanteile von 90 Prozent und mehr. Und heute? Netscape ist Geschichte und der Internet Explorer der dominierende Browser.

Der Vorteil von Yahoo gegenüber Google ist, dass Yahoo nicht nur eine Suchmaschine sondern auch ein Portal ist. Wenn Microsoft es geschickt anstellt kann der Riese aus Redmond dem Riesen aus Mountain View weitere Marktanteile abjagen.

Wünschenswert wäre es. Denn die Marktmacht von Google in Deutschland ist erdrückend und alles andere als gut.







Quelle: NZZ, at-web