Migros schnappt sich Tegut

Datum: 15.10.2012
Die Schweizer Genossenschaft Migros kauft die Fuldaer Supermarktkette Tegut. Diese betreibt 300 Supermärkte im Umkreis von 150 Kilometer um Fulda. Von dem Verkauf nicht betroffen sind die Industriebetriebe wie Fleischwerke und Backstuben.

Eigentlich die Meldung könnte man meinen. Aber: Ob die Schweizer mit Tegut so glücklich werden bleibt abzuwarten. Migros wäre nicht das erste ausländische Handelsunternehmen, das in Deutschland gescheitert ist. Man denke da nur an die französische Intermarché und ihr teures Spar Abenteuer. Selbst die Amerikaner mussten sich mit Wal Mart wieder zurückziehen.

Was will Migros mit Tegut? Die Supermarktkette ist eine regionale Größe. Aber: Es gibt in Deutschland - ohne die Discounter - rund 15.000 Supermärkte, vom kleinen Nahversorger über den klassischen Supermarkt bis hin zum Verbrauchermarkt. Nimmt man allein nur die Zahl der Märkte dann hat Tegut in Deutschland einen Marktanteil von rund 2 Prozent. Also völlig unbedeutend.

Warum die Familie Gutberlet Tegut verkauft hat ist wiederum verständlich: Die wirtschaftliche Lager ist anscheinend nicht gerade rosig. Eingezwängt zwischen Rewe und Edeka auf der Einen und den Discountern auf der anderen Seite fehlt das Kapital um weiter zu expandieren und an Größe zu gewinnen. Wachstum kann Tegut aber nur mit neuen Partnern erreichen.
Quelle: FAZ/Markt und Mittelstand