Noa Bank muss kapitulieren

Datum: 19.08.2010
Das alternative Finanzhaus Noa Bank aus Frankfurt am Main wurde von der staatlichen Aufsichtsbehörde Bafin geschlossen. Zuvor hatte die Tochter des Unternehmens, die Noa Factoring AG beim Amtsgericht Düsseldorf Insolvenz angemeldet. Noa Factoring war der mit Abstand größte Kreditnehmer des Instituts. Für die Finanzwächter aus Bonn erschien die Eigenkapitaldecke der Bank daraufhin zu dünn und sie ordnetet die Zwangsschließung an. Zu hoch war das Risiko der Überschuldung.

Der Konflikt zwischen der Bafin und der Noa Bank hatte sich schon über Monate hingezogen. Doch da die Suche nach neuen Geldgebern von Seiten des Bankgründers Jociz scheinbar erfolglos blieb, folgte nun die Schließung. Schon Ende Juni hatte die Noa Bank ihr Festgeld-Angebot ausgesetzt, mit dem sie seit Beginn ihrer Geschäftstätigleiten im November 2009 Kunden locken wollte. Die Kapitalausstattung des Geldhauses betrug lediglich fünf Millionen Euro.

Der Belgier Francois Jozic, der bereits 2004 die Quorum AG, einen Factoring-Deinstleister gegründet hatte, wollte mit der Noa Bank ein alternatives Geschäftsmodell etablieren, bei dem Spekulationen Tabu sein sollten und das auf Transparenz sowie soziale Verantwortung setzte. Das Haus hatte seinen Stammsitz in Frankfurt, eine Filiale in Düsseldorf und wurde auf den Fundamenten des Bankhauses Zwirn gegründet, die zuvor einem Hedgefonds gehörte. Die Kunden der Bank können nun kurzfristig nicht ihr Geld abheben.
Quelle: Spiegel-online, 18.08.2008