Nun umgekehrt: Conti prüft Schaeffler-Übernahme

Datum: 20.05.2009
Das wäre eine unerwartete Wendung in der Never-ending-story zwischen Schaeffler und Continental. Nachdem Schaeffler droht an seinen wegen der Conti-Übernahme aufgenommenen Schulden zu ersticken, könnte der Hannoveraner Reifenhersteller den Spieß nun umdrehen. Entsprechende Gespräche wurden letzten Freitag zwischen den Konzernspitzen bereits geführt.

Im Auftrag des Gläubigerkonsortiums werden derzeit die Möglichkeiten für ein solches Szenario ausgelotet. Denn durch ein Reverse Take-over sehen die kreditgebenden Banken, allen voran die Commerzbank, eine Chance zur Vermeidung hoher Abschreibungen auf die mit Conti- und Schaeffler-Anteilen abgesicherten Kredite.

Bei einer kompletten Überführung der privaten Schaeffler-Gruppe in den börsennotierten Conti-Konzern könnten die Banken ihre Kredite zudem teilweise in Continental-Aktien umwandeln. Diese ließen sich auf jeden Fall besser verkaufen als Schaeffler-Anteile. Aus politischen Kreisen in Bayern, Niedersachsen und Hessen, wo große Werke der beiden Konzerne stehen, wurde angeblich schon Zustimmung signalisiert. Auch Maria Schaeffler hat, wie aus Verhandlungskreisen verlautbarte, ihre generelle Bereitschaft geäußert einen solchen Plan mitzutragen.

Damit nimmt dieser Fall eine ähnliche Wendung wie bei Volkswagen und Porsche, wo sich auch der Kleinere an der Übernahme des Größeren verhoben hat. Dort stehen aktuell die Weichen auf Fusion unter der Führung von VW.
Quelle: handelsblatt.com vom 720.5.09