Plan B für Märklin?

Datum: 06.03.2009
Märklin ist in der Krise und plötzlich wieder in aller Munde. Freunde der kleinen Züge in aller Welt betrübt der Niedergang des weltweit größten Herstellers von Modelleisenbahnen und Zubehör, die unter den Namen Märklin, Trix und LGB verkauft werden. Es betrübt einige sogar so weit, dass sie über eine aktive Rolle bei der Rettung nachdenken.

Deshalb stapeln sich auf dem Schreibtisch des Insolvenzverwalters Michael Pluta die Kauf-Anfragen für das Göppinger Traditionsunternehmen. Auf 60 bis 100 beziffert er die Anzahl, je nach Betrachtungsweise. Eine genauere Analyse der Offerten will er allerdings frühestens im April in Angriff nehmen. Momentan gilt seine Konzentration der Fertigstellung des Insolvenzgutachten, das bis Ende März dem Amtsrichter in Göppingen vorliegen soll.

Für Pluta steht fest, dass der neue Besitzer Herzblut mitbringen müsste. Nachdem bereits über einen Einstieg von Porsche spekuliert wurde, der auch durch die Modellbahnbegeisterung des Vorstandschef Wiedeking reichlich Nahrung erhielt, wirft jetzt der ehemalige Märklin-Marketingchef Lutz Gisbert seinen Hut in die Runde. Mittlerweile als Chef der Paderborner Marktentwicklungsagentur Plan B gab er im Auftrag einer internationalen Investorengruppe ein Gebot ab. Dieses zeichnet sich nach seinen Angaben durch ein außergewöhnliches Finanzierungskonzept aus, durch das Märklin langfristig zinsfreies Betriebskapital nutzen könnte. Man darf auf die weitere Entwicklung gespannt sein. Auf das die kleinen Züge noch lange weiter rollen mögen.
Quelle: suedwest-aktiv.de vom 5.3.09