Positive Eating, aber negative Bilanzen

Datum: 14.07.2010
Auch mit thailändischer Küche scheint sich der Hamburger Unternehmer Werner Köppen, der schon einmal mit einer Multimedia-Agentur pleite gegangen ist, Unannehmlichkeiten einzuhandeln. Die Life Food Systems AG (LFS), Muttergesellschaft seiner Schnellrestaurant-Kette Cha Cha, musste vergangene Woche Insolvenz beantragen. Wie der LFS-Vorstand Köppen mitteilte, werde ein Insolvenzplanverfahren zur Sanierung der Gesellschaft angestrebt.

Dabei wollte Köppen mit seinem Positive-Eating-Konzept die spektakuläre Pleite seiner Firma PopNet aus dem Jahr 2001 vergessen machen. Die damalige Internet-Berühmtheit musste PopNet beim Platzen der Dotcom-Spekulationsblase schließen. Das im Jahr 2004 eröffnete thailändische Schnellrestaurant Cha Cha sollte demgegenüber etwas Bodenständiges darstellen, mit Gerichten aus frischem Biogemüse und authentischen Gewürzen, zubereitet wie in den Garküchen Bangkoks.

Mit Nachhaltigkeit, Fair Trade und einem aufwändigen EDV-basiertem Vorbereitungsmanagement wollte Köppen „ein positives Gegenbeispiel zur gängigen Fastfood- und großstädtischen Single-Kultur bieten“. Doch die Konsumenten fanden das Konzept wohl nicht ganz so überzeugend. Insgesamt sind fünf der sieben Cha-Cha-Restaurants von der Pleite betroffen. Grund für die Insolvenz ist laut Köppen aber ausschließlich ein baukostenbedingtes Problem der Filiale in Frankfurt am Main. Dort soll der Betrieb geschlossen werden, während sich Gegner großstädtischer Single-Kultur in den anderen Filialen auch weiterhin an Positive Eating ergötzen können sollen.
Quelle: Abendblatt.de vom 14.07.2010