Radeberger schluckt Bionade

Datum: 05.10.2009
Der Shootingstar der letzten Jahre im deutschen Getränkehandel hat einen neuen Mehrheitsgesellschafter. Bionade gehört künftig zu 70 Prozent dem Bierproduzenten Radeberger, der wiederum eine Tochter des Dr. Oetker-Konzerns ist. Die übrigen 30 Prozent bleiben in den Händen der beiden Gründer Stephan und Peter Kowalsky.

Die Brüder werden auch künftig weiter im Management tätig sein. Allerdings wird ihnen ein dritter Geschäftsführer von Radeberger zur Seite gestellt. Mit 51 Prozent der Anteile lag bislang die Mehrheit an der Kultlimonade beim Mineralwasserhersteller Rhönsprudel, der 2002 beim Ostheimer Familienunternehmen einstieg und noch vor zwei Monaten jegliche Verkaufsabsichten dementierte.

Aber Bionade, die ihren Siegeszug Mitte der 1990er als ökologisch korrekte Biobrause antrat, geriet zuletzt zunehmend in Schwierigkeiten. Zwar konnte der Absatz bis 2008 kontinuierlich auf etwa 150 Millionen Flaschen gesteigert werden. Für 2009 wird aber mit einem Rückgang um rund ein Viertel gerechnet. Neben einer Preiserhöhung ist dafür auch die gestiegene Konkurrenz mit zahlreichen Nachahmerprodukten verantwortlich.

Mit Radeberger und Dr. Oetker im Rücken soll jetzt nicht nur eine neuerliche Trendwende eingeleitet werden. Auch die Expansion ins Ausland steht auf dem Programm für die nahe Zukunft. Dass Bionade eine nach wie vor äußerst beliebte Marke ist, zeigte auch das Übernahmeinteresse einiger weiterer großer Getränke- und Nahrungsmittelkonzerne wie Coca-Cola und Nestle, die gegenüber Dr. Oetker jedoch das Nachsehen hatten.
Quelle: Reuters Deutschland vom 2.10.09