Regalhersteller Bohnacker meldet Insolvenz an

Datum: 05.11.2010
Der schwäbische Regalhersteller Bohnacker Systeme hat am Amtsgericht Ulm die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragt. Damit bestätigt sich, was in der Belegschaft bereits befürchtet worden war. Denn die 220 Mitarbeiter bekamen ihre Gehälter für Oktober noch nicht ausgezahlt, wodurch die Gerüchteküche hochkochte.

Nun muss zunächst einmal die Agentur für Arbeit einspringen und Insolvenzausfallgeld auszahlen. Wie es nun in Rottenacker weitergehen kann ist höchst ungewiss. Nach Angaben des Betriebsrats ist die Auftragslage gut. Aber die Spediteure bringen die fertigen Produkte auf Grund der ungewissen Lage nicht zu den Kunden. Zudem stocke der Materialfluss, wodurch die Ausführung der Aufträge erschwert werde.

Das liegt wohl auch an den Eigentumsstrukturen, die durch den Tod von Rudolf Bohnacker Junior vor zwölf Jahren extrem verkompliziert wurden. Die Erben haben seither eine ganze Reihe von Geschäftsführern verheizt und für das Unternehmen einige nachteilige Entscheidungen getroffen. Das gipfelt in der Schadenersatzklage eines ehemaligen französischen Geschäftspartners, die den Liquiditätsengpass noch einmal verschärft.
Quelle: swp.de vom 5.11.10