Reisemobilhersteller Westfalia ist bankrott

Datum: 28.01.2010
Vorläufiges Ende einer langen Reise. Der Firma Westfalia Van Conversion, einem Hersteller von Wohnmobilen und Freizeitfahrzeugen, droht die Zahlungsunfähigkeit. Deshalb wurde nun am Amtsgericht in Bielfeld der Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens gestellt. Ein Absatzeinbruch von rund 40 Prozent im vergangenen Jahr konnte nicht mehr verkraftet werden.

Betroffen sind 157 Mitarbeiter in Rheda-Wiedenbrück. Die hatten sich am Schluss mit Unterstützung der IG Metall gegen einen Haustarifvertrag gewehrt, der mehr Arbeit bei weniger Lohn bedeutet hätte. Westfalia gehörte seit 2007 zur Münchener Industrieholding Aurelius GnbH, die zuletzt vergeblich versucht hatte, den maroden Fahrzeugbauer an ein französisches Unternehmen zu veräußern. Da sich keine Verbesserung der Absätze abzeichnete, war ein Weitermachen wie bisher nicht mehr möglich.

Wie ein Unternehmensvertreter mitteilte, soll nun ein Insolvenzplan vorbereitet werden, der die Fertigung der Fahrzeuge sicherstellt. Die Möglichkeit der Eigenverwaltung wird nicht ausgeschlosse. Westfalia war über fünfzig Jahre lang der Vorreiter auf dem Markt für Freizeitfahrzeuge und Wohnmobile. Legendär sind vor allem die Reisemobile auf VW-Bulli-Basis. In letzter Zeit fertigten die Wiedenbrücker als Partner von Daimler und Ford Freizeit-Vans. Ob die Reise nun weitergeht und mit welchem Ziel, ist ungewiss.
Quelle: westfaelische-nachrichten.de vom 27.01.2010