Roland Berger und Deloitte: Rolle rückwärts

Datum: 18.11.2010
Am Donnerstag meldeten wir:
Das könnte eine Hochzeit in ganz großem Stil werden. Die Manager der Beratungsfirma Roland Berger Strategy Consultants führen Gespräche mit dem
US-amerikanischen Weltmarktführer Deloitte. Offiziell geht es um eine Fusion. Vermutlich steckt dahinter jedoch eher eine Übernahme der Münchener durch Deloitte, die ins klassische Beratergeschäft drängen.

Martin Wittig, Chef bei Roland Berger, spricht von einer vielversprechenden Gelegenheit. Denn so könnte sein Unternehmen Zugang zu einem internationalen Netzwerk bekommen, der für ein weltweites Wachstum dringend nötig wäre. Die Amerikaner könnten außerdem die dafür notwendigen finanziellen Mittel liefern.

Der Name Roland Berger soll dabei bestehen bleiben und als Marke für unabhängige Topberatung ausgebaut werden. Sollte ein wie auch immer gearteter Zusammenschluss Wirklichkeit werden, wäre Roland Berger formal auf einen Schlag in 140 Ländern statt wie bisher in 30 präsent. Das Unternehmen, das dann vermutlich Roland Berger Deloitte Strategy Consultants heißen wird, soll nach McKinsey zur Nummer zwei der Branche aufsteigen.

Aber diesen Zusammenschluss wird es nicht geben. Am gestrigen Sonntag beschlossen Deloitte und Roland Berger einen Abbruch der Verhandlungen. Stattdessen will nun Firmengründer Roland Berger 50 bis 80 Millionen Euro in seine Firma stecken um deren Unabhängigkeit und Konkurrenzfähigkeit zu sichern. Diese Alternative ziehen sowohl die Mehrheit der Partner als auch die Firmenspitze um den Aufsichtsratsvorsitzenden Burkhard Schwenker und Vorstandsboss Martin Wittig vor.
Quelle: handelsblatt.com vom 18.11.10 und spiegel.de vom 21.11.10