Russischer Investor übernimmt Aker-Werften

Datum: 27.03.2008
Die russische Investmentgesellschaft FLC West übernimmt siebzig Prozent der Anteile an den Werften in Wismar und Rostock-Warnemünde. Verkäufer ist der norwegische Schiffbaukonzern Aker. Der Kaufpreis für die beiden zusammen mit einer ukrainischen Werft in Nikolaev in einer Holding operierenden Schiffswerke beträgt nach Angaben von Aker knapp 292 Millionen Euro.

FLC West gehört nach Angaben von Aker zum staatlich kontrollierten Fonds FLC sowie zu einem zypriotischen Fonds, der wiederum unter dem Einfluss russischer Aktionäre agiert. Für FLC West ist der Kauf angesichts des großen Modernisierungsbedarfs der russischen Flotte lohnend und sinnvoll. Primär sollen die beiden Werften in den nächsten Jahren Öl- und Gastanker sowie Spezialschiffe für das Eismeer an russische Reeder liefern.

Durch die damit zu erwartende gute Auftragslage begünstigt, soll sich der Unternehmerwechsel nach Aussagen von Aker zumindest kurzfristig nicht auf die Zahl der momentan 2.300 Beschäftigten oder die Löhne auswirken. Skeptischer äußerte sich dazu die IG Metall Küste, die Schwierigkeiten bei einer so gravierenden Veränderung nicht ausschließen mochte.

Aker Yards erwarb die Werften im Mai 1998 vom gerade zusammengebrochenen Vulkan Verbund. Grund des neuerlichen Verkaufs ist nach Darstellung des Schiffsbauers aus Oslo die schlechte Bilanz 2007 des norwegischen Mutterkonzerns, der weltweit achtzehn Werften mit rund 21.000 Beschäftigten betreibt.
Quelle: Tagesspiegel vom 26.3.2008