Schlecker will in die Insolvenz

Datum: 20.01.2012
Paukenschlag beim Drogeriegiganten Schlecker. Wie das Unternehmen am heutigen Freitag mitteilte soll in Kürze ein Antrag auf Insolvenz gestellt werden. Überraschend kommt die Mitteilung nicht. Schließt Schlecker doch bereits hunderte Filialen. Das reicht aber offensichtlich nicht aus. Typisch für den Kommunikationsstil des Drogeriediscounters. Die Mitarbeiter wurden vorher nicht informiert und erfuhren von der angestrebten Planinsolvenz aus der Presse.

Aber vermutlich hat auch genau dieser ignorante Stil gepaart mit unternehmerischen Fehlentscheidungen für diese Entwicklung gesorgt. Schlecker machte mit seinen Läden schon seit längerer Zeit Verluste. Dazu kommt ein Image, das vor allem durch Gängelung der Mitarbeiter bei Dumpinglöhnen geprägt ist. Billig allein reicht eben nicht immer. Zumal die Konkurrenz von dm, Rossmann und Budnikowsky ebenfalls eher niedrige Preise bei einem ansprechenderen Sortiment und ohne Schikanen anbietet.

Schlecker verfügt derzeit bundesweit noch über etwa 7.000 Geschäfte. Hinzu kommen rund 3.000 weitere in Österreich, Frankreich, Italien, Polen, Portugal, Spanien und Tschechien. Ziel beim ehemals größten deutschen Drogeristen ist es nun, einen möglichst großen Teil des Filialnetzes und der daran hängenden gut 30.000 Arbeitsplätze allein in Deutschland zu retten. War der Umsatz 2010 schon um etwa 10 Prozent auf 6,55 Milliarden Euro gesunken, ist für 2011 mit einem weiteren Rückgang zu rechnen. Was das genau bedeutet kann aber nur geschätzt werden, da Schlecker traditionell keine Angaben zu Gewinnen und Verlusten macht.
Quelle: spiegel.de vom 20.1.12