Shell verkauft Raffinerie in Heide

Datum: 23.08.2010
Und zwar an die Klesch-Unternehmensgruppe. Die ist eine in London und Genf ansässige Investorengruppe, die in der Schiffsindustrie engagiert ist und auch eine Aluminium-Hütte sowie Kraftwerke betreibt. Mit dem Erwerb der Raffinerie soll der Einstieg ins Gas- und Öl-Geschäft geschafft werden, so der Firmeninhaber Gary Klesch. Bis zu Jahresende soll die Übernahme vollzogen sein, über den Preis wurde Stillschweigen vereinbart.

Die deutsche Shell AG hatte schon vor anderthalb Jahren ihre Verkaufsabsichten des Standortes Heide bekannt gegeben, zuletzt waren aber Verhandlungen mit dem indischen Essar-Konzern gescheitert. Dieser Schritt ist Bestandteil einer Strategie, mit der man sich von insgesamt 15 Prozent der weltweiten Raffineriekapazitäten trennen möchte, um sich auf die größeren Standorte zu konzentrieren. Neben der Anlage in Heide sollen auch Raffinerien in Hamburg-Harburg und im britischen Stanlow verkauft werden.

Sorgen um ihre Zukunft brauchen sich die 570 Mitarbeiter in Heide erst einmal nicht zu machen, denn ihre Arbeitsplätze sollen erhalten bleiben. Klesch plant sogar zusätzliche Neueinstellungen, sollten die Kartellbehörden der Transaktion zustimmen. Somit bleibt die Raffinerie wohl einer der größten Arbeitgeber im Kreis. Shell hat im Werk Heide bisher jährlich mehr als vier Millionen Tonnen Rohöl zu Kraftstoffen, Heizöl und Bitumen verarbeitet.
Quelle: ndr.de vom 20.08.2010