Siemens findet Partner für SEN

Datum: 30.07.2008
Nach langem Suchen hat sich für die bislang von allen verschmähte Braut doch noch ein Abnehmer gefunden. Dafür musste allerdings die Mitgift entsprechend in die Höhe geschraubt werden. Der US-Finanzinvestor Gores stellt die zu ihm gehörenden Enterasys Networks und SER Solutions für eine Vereinigung mit der Siemens Telefonanlagensparte SEN. Da Siemens die Zusage gegeben hat, SEN schuldenfrei in das neue Joint Venture einzubringen, wird sich die Bilanz im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2007/08 nicht eben positiv lesen.

Beide Mutterkonzerne werden neben Forschungs- und Entwicklungsgeldern sowie sonstigen geschäftsbezogenen Ausgaben je 175 Millionen Euro als solide Kapitalbasis zur Hochzeit dazugeben. Zudem gehen auch die Produktionswerke in Leipzig, Thessaloniki und im brasilianischen Curitiba mit ein. Damit könnte der Gesamtverlust für Siemens nach Angaben des Finanzchefs Joe Kaeser im hohen dreistelligen Millionenbereich liegen.

Das OK der Kartellbehörden vorausgesetzt, soll der Deal bis Ende September diesen Jahres abgeschlossen werden. Gores hält dann 51, Siemens 49 Prozent am neuen Unternehmen. Vor allem aber hält Gores dann die operative Steuerung des Geschäfts in den Händen. Siemens plant, sich in absehbarer Zeit aus dem Gemeinschaftsunternehmen zurückzuziehen.
Quelle: Pressemitteilung von Siemens vom 29.7.08