Siemens trennt sich von seiner IT-Sparte

Datum: 15.12.2010
Siemens nimmt einen klaren Schnitt vor, auch wenn die Konditionen für den Elektronikriesen nicht die besten zu sein scheinen. Für 850 Millionen Euro geht die seit Jahren kriselnde IT-Tochter SIS an den französischen Konzern Atos Origin. Diese Summe mutet fast wie ein Zuschussgeschäft von Siemens' Seite an.

Sie teilt sich auf mehrere Bereiche auf. Das deutsche DAX-Unternehmen wird mindestens fünf Jahre lang mit 15 Prozent bei den Franzosen beteiligt sein. Rund 12,5 Millionen übernommene Atos-Aktien entsprechen einem aktuellen Wert von 414 Millionen Euro. Des Weiteren gibt es eine Wandelanleihe mit fünf Jahren Laufzeit über 250 Millionen Euro. Die restlichen 186 Millionen werden direkt gezahlt.

Die Franzosen erschaffen damit einen europaweit mitführenden IT-Dienstleister mit 8,7 Milliarden Euro Umsatz und 78.500 Beschäftigten. Allerdings werden durch den Deal allein bei SIS etwa 1.750 Jobs, davon 650 in Deutschland, gestrichen.

Siemens hat damit wieder einmal ein vermeintlich ungünstiges Geschäft getätigt, um unliebsam gewordene Unternehmensteile loszuwerden. Das war beim Verkauf der Handysparte an BenQ so und auch bei der Trennung von Gigaset, die an Arques gingen. Aber immerhin ist Siemens mit dem Verkauf von SIS nun den gesamten Kommunikationsbereich losgeworden. Der Konzentration auf die drei Kernbereiche Industrie, Energie und Gesundheit steht nichts mehr im Wege.
Quelle: sueddeutsche.de vom 15.12.10