Sietas-Gruppe in drei Teile zerschlagen

Datum: 29.06.2012
Deutschlands älteste Werftengruppe, die Hamburger Sietas, kämpfte jahrelang mit finanziellen Problemen und hat nun keine gemeinsame Zukunft mehr. Insolvenzverwalter Berthold Brinkmann hatte für die drei Unternehmensteile sowohl Gesamt- als auch Einzelangebote vorliegen. Allerdings lagen die Einzelangebote in der Summe höher, weshalb er gemeinsam mit dem Gläubigerausschuss beschloss, die Sietas-Werft, die Norderwerft und die Neuenfelder Maschinenfabrik (NMF) einzeln an den jeweils höchsten Bieter zu verkaufen.

Die Investoren kommen alle aus der Schiffbaubranche und sichern zumindest erst einmal das Überleben der drei Firmenteile. Die Sietas-Werft ist auf Neubauten ausgerichtet und wird von der niederländischen Veka-Gruppe einschließlich 300 der bislang 400 Mitarbeiter übernommen. Dieser Teil der Unternehmensgruppe baut Tanker, Luxusjachten und Schwimmpontons und schrieb schwarze Zahlen.

Die auf Reparaturen konzentrierte Norderwerft mit ihren 94 Beschäftigten geht an die auf den Yachtbau spezialisierte Bremer Lürssen-Gruppe, die zudem noch 40 der in der Sietas-Werft freigesetzten Arbeitern einen neuen Job geben will. Bei der NMF mit ihren 134 Mitarbeitern ist noch nicht klar, wer zukünftiger Besitzer wird. Im Rennen sind noch Bieter aus Korea und Europa. Die 1635 gegründete Sietas ging im November 2011 in die Insolvenz und musste seitdem bereits 350 Arbeitsplätze abbauen.
Quelle: abendblatt.de vom 29.6.12