Stadtwerkeverbund plant Mehrheitskauf der Thüga

Datum: 12.03.2009
Der Energiekonzern E.ON machte gestern offiziell, was bereits seit längerem kolportiert wurde: Die Tochtergesellschaft Thüga AG soll verkauft werden. Das ist das Signal gewesen, auf das ein Verbund von Stadtwerken gewartet hat, der seit einiger Zeit an einer Mehrheitsübernahme bastelt. Zwischen dessen beteiligten und potenziell beteiligten Unternehmen laufen seit Monaten diskrete Gespräche über die Modalitäten.

So könnten drei große Energieversorger ein Konsortium bilden, das 45 Prozent stemmt. Während eine Reihe kleinerer Unternehmen, die Badenova-Chef Thorsten Radensleben gerade dafür zu gewinnen sucht, zusätzliche 20 Prozent bringen soll. Rund 20 regionale Versorger haben bislang ihr Interesse bekundet. Unter dem Namen "Kom9" hat sich bereits eine Bietergesellschaft zusammen gefunden.

Die Badenova ist eine der treibenden Kräfte hinter dem Stadtwerkeverbund. Die Stadt Freiburg ist zwar ihr stärkster kommunaler Gesellschafter. Den größten Teil der Aktien hält mit 47 Prozent jedoch die Thüga. Im Gemeinderat von Freiburg gibt es derzeit sehr unterschiedliche Positionen zum möglichen Kauf. Der grüne Oberbürgermeister Dieter Salomon, seine Partei sowie die SPD stehen dem geplanten Deal positiv gegenüber und sehen darin eine große Chance, die Thüga zu kommunalisieren. Die CDU hält 100 Millionen Euro für 2,5 Prozent der Anteile und die mutmaßlich daraus resultierenden nicht übermäßig großen Mitspracherechte für nicht vertretbar. Zudem sei bisher nicht endgültig geklärt, ob die Beteiligung nicht der Gemeindeordnung entgegensteht.
Quelle: badische-zeitung.de vom 12.3.09