Steag-Übernahme geht in die heiße Phase

Datum: 09.09.2010
So ein Milliarden-Deal will wohlüberlegt sein. Deshalb hört sich der Mischkonzern Evonik, der im Zuge seiner strategischen Neuausrichtung die Tochter Steag verkaufen will, die Angebote auch in aller Ruhe an. Aber je mehr sich das Rennen um die Hand der Tochter der Ziellinie nähert, desto weniger Berwerber bleiben übrig. Jetzt sind es noch drei, die bis Ende Oktober verbindliche Angebote abgeben können.

Aussichtsreichster Kandidat ist nach Medienberichten derzeit das Stadtwerke-Konsortium Rhein Ruhr, dem unter Führung der Duisburger Versorgungs- und Verkehrsbetriebe (DVV) acht kommunale Versorger aus Nordrhein-Westfalen angehören. Denn es hat nicht nur den Allianz-Konzern als Finanzpartner in der Hinterhand. Es erhielt jetzt Zuwachs durch die Stadtwerke Saarbrücken AG. Zudem kann sich das Konsortium über reichlich politischen Rückenwind freuen, da die neue rot-grüne Landesregierung in NRW es den Stadtwerken wieder erlauben will, sich auch außerhalb ihres Versorgungsgebietes zu engagieren.

Die beiden anderen Bieter sind das Entsorgungsunternehmen Remondis und die türkische Park-Holding. Informierte Finanzkreise gehen davon aus, dass die Gebote bei etwa vier Milliarden Euro liegen werden. Immerhin ist die Steag mit ihren 4.800 Beschäftigten und einem letztjährigen Umsatz von 2,6 Milliarden Euro der fünftgrößte deutsche Stromerzeuger.
Quelle: sueddeutsche.de vom 9.9.10