Stollwerck soll spanisch werden

Datum: 03.03.2009
Der Schokoladenhersteller Stollwerck soll zukünftig zur spanischen Nahrungsmittelgruppe Natra gehören. Verkäufer wird dann der Schweizer Barry Callebaut-Konzern sein, die weltweite Nr. 1 in der Schokoladenproduktion. Im Gegenzug sollen die Schweizer Minderheitsaktionär bei den Spaniern werden und diesen außerdem langfristig mindestens 85.000 Tonnen Flüssigschokolade pro Jahr liefern. Entsprechende Absichtserklärungen sind bereits unterzeichnet worden.

Die beteiligten Parteien rechnen damit, den Deal noch in diesem Sommer durchziehen zu können. Allerdings müssen neben der Festlegung auf eine endgültige Struktur auch noch die Zustimmung der Natra-Aktionäre sowie der spanischen Börsenaufsicht eingeholt werden. Bis dahin sollen keine weiteren Einzelheiten bekanntgegeben werden.

Barry Callebaut hatte Stollwerck 2002 erworben, kurz danach von der Börse genommen und die Kölner Hauptniederlassung dichtgemacht. Dort ist nunmehr lediglich die Verwaltung des Produzenten so bekannter Schokoladenmarken wie Sprengel und Sarotti angesiedelt.

Natra könnte mit der Akquisition seinen Umsatz auf etwa 850 Millionen Euro steigern. Der lag im vergangenen Geschäftsjahr bei Barry Callebaut bei rund 3,2 Milliarden Euro. Die Schweizer wollen sich von Stollwerck trennen, weil künftig die Konzentration auf das Geschäft mit industriellen und gewerblichen Kunden gerichtet werden soll.
Quelle: Reuters Deutschland vom 3.3.09