Tauziehen um Conergy

Datum: 29.11.2010
Das finanziell angeschlagene Hamburger Solarunternehmen Conergy steht im Mittelpunkt eines Ringens zwischen Banken und Finanzinvestoren. Positiv für das hochverschuldete Unternehmen ist, dass beide Seiten ein offensichtliches Interesse am Fortbestand von Conergy haben.

Aber zu welchen Bedingungen wird das geschehen? Fakt ist, dass etwa 261 Millionen Euro an Verbindlichkeiten drücken. Diese sollten nach Plänen der Commerzbank, mit 30 Prozent der Anteile gleichzeitig größter Einzelgesellschafter und Gläubiger, sämtlich bis Ende 2011 verlängert und in nachrangige Positionen umgewandelt werden.

Aber da steht eine Gruppe von Hedgefonds unter der Führung des US-amerikanischen Investors York Capital vor. Die haben im Sommer mit dem Kauf von Verbindlichkeiten von Conergy begonnen und verfügen inzwischen über rund 35 Prozent der Gesamtschulden. Sie wollen Schulden in Unternehmensanteile tauschen und wehren sich gegen eine Kreditverlängerung.

Sollte dieser Plan aufgehen, lägen vermutlich zwischen 60 und 70 Prozent der Anteile bei den Hedgefonds, für die sich das rechnet, weil sie die Schulden mit einem satten Abschlag von anderen Banken übernommen hatten. Sie fordern aber noch mehr. Ein Teil der Verbindlichkeiten soll erlassen, die Unternehmensbeteiligung dafür auf 80 Prozent aufgestockt werden

Für die Commerzbank nicht akzeptabel. Den aktuellen Stand der Verhandlungen wollte man jedoch weder bei Conergy noch bei York oder der Commerzbank kommentieren. Denn natürlich steht auch die Frage im Raum, was die Hedgefonds mit dem Solarunternehmen machen würden. Begriffe wie Zerschlagung und Personalabbau geistern durch den Raum, sind aber nicht zwangsläufig folgende Maßnahmen. Conergy erreichte 2009 immerhin einen Umsatz von 600 Millionen Euro.
Quelle: handelsblatt.com vom 29.11.10