Teva schluckt Ratiopharm mit Erlaubnis der EU

Datum: 05.08.2010
Die EU-Kommission hat sich entschieden. Der deutsche Generikahersteller Ratiopharm bekommt einen neuen Besitzer. Sie gab jetzt unter Auflagen grünes Licht für die Übernahme durch den israelischen Konkurrenten Teva. Der wiederum hatte den Kommissaren vorher Zugeständnisse gemacht.

Die bezogen sich auf bestimmte Produkte von Ratiopharm und auf deren niederländisches Vertriebsgeschäft. Teva ist bereit sich von diesen insgesamt 16 Präparaten - 15 in den Niederlanden und eins in Ungarn - sowie dem holländischen Vertriebsgeschäft zu trennen um Wettbewerbsverzerrungen vorzubeugen. Das betrifft Medikamente zur Behandlung von Asthma, Bluthochdruck, Blutarmut sowie einige Schmerzmittel.

Vorher setzte sich Teva, weltweit bereits die Nummer eins auf dem Markt mit Nachahmermedikamenten, in einem Bieterverfahren durch. Die VEM Vermögensverwaltung des im letzten Jahr verstorbenen Adolf Merckle, die durch Merckles Fehlspekulationen in finanzielle Not geraten war, erhält für Ratiopharm etwa 3,6 Millarden Euro. Zudem gehen auch die Schulden von Ratiopharm auf Teva über. Die Israelis werden durch den Deal aber auch in Europa zum Branchenprimus und erschließen sich wichtige Märkte, insbesondere den Deutschen.
Quelle: rp-online.de vom 4.8.10