Trailerbauer Kögel an Humbaur verkauft

Datum: 02.11.2009
Die schwäbische Unternehmensgruppe Humbaur übernimmt ihren insolventen Konkurrenten Kögel, den nach eigenen Angaben drittgrößten europäischen Hersteller von Sattelaufliegern. Zum Kaufpreis wurden keine Angaben gemacht, aber sowohl die Belegschaft als auch die IG-Metall zeigten sich sehr zufrieden mit der gefundenen Lösung.

Obwohl von den 763 Mitarbeitern 233 nicht weiter beschäftigt werden, war die Humbaur-Offerte aus Arbeitnehmersicht die beste. Denn die beiden anderen am Ende noch im Rennen befindlichen Bieter wollten mindestens 80 Personen mehr auf die Straße setzen. Zudem werden die Entlassenen für maximal sechs Monate in eine Transfergesellschaft übernommen, die über knapp vier Millionen Euro verfügt.

Bei Kögel ging bis zuletzt die Angst vor einem kompletten Kollaps um, da es sich schon um die zweite Insolvenz nach 2004 handelt. Ob die Produktion allerdings in den bisher genutzten Hallen im schwäbischen Burtenbach bleibt, ist noch ungewiss. Ulrich Humbaur plant nach eigener Aussage zunächst zweigleisig, da die Kögel-Immobilien nicht im Firmenbesitz sind und die Vermieter, die in enger Verbindung mit den Alt-Gesellschaftern stehen, extrem hohe Mietvorstellungen haben. Deshalb wäre Humbaur auch bereit, bis zu 30 Millionen Euro für einen Neubau in die Hand zu nehmen.

Auf jeden Fall wird Kögel unter dem Dach von Humbaur, die letztes Jahr mit 450 Beschäftigten etwa 120 Millionen Euro erzielten, auch weiterhin eigenständig als Kögel Trailer GmbH & Co.KG arbeiten. Damit soll es dann wieder bergauf für die Burtenbacher gehen, die nach einem letztjährigen Umsatz von 450 Millionen Euro dieses Jahr nur noch mit 50 Millionen Euro rechnen.
Quelle: augsburger-allgemeine.de vom 30.10.09