Versatel erweitert sein Netz

Datum: 19.06.2008
Der Telekommunikationsanbieter Versatel beendet eine weitere Einkaufstour erfolgreich. Künftig wird der Kabelnetzbetreiber AKF Telekabel TV und Datennetze GmbH mit Sitz in Frankfurt am Main zur Versatel- Unternehmensgruppe gehören. Verkäufer ist die Berliner Gehag Gruppe, die vornehmlich in der Wohnungswirtschaft tätig ist. Der Kaufpreis soll inklusive der Übernahme der bestehenden Verbindlichkeiten bei etwa 30 Millionen Euro liegen. Die Transaktion bedarf noch der Genehmigung durch die zuständige Kartellbehörde.

AKF leistet den Einbau und Betrieb von multimedialen Breitbandkabelanlagen. Neben der Hörfunk- und Fernsehversorgung werden auch Produkte in den Bereichen Digital-TV, Internet und Telefonie angeboten. Als Partner der Wohnungswirtschaft werden derzeit rund 76.000 Wohnungseinheiten betreut. Von denen sind die meisten durch langfistige Verträge an das Unternehmen gebunden.

Durch den Zukauf will sich Versatel zum einen den direkten Zugang zum Endkunden erschließen. Zum anderen soll die Abhängigkeit von der Deutschen Telekom vermindert werden, da über das Kabelnetz der AKF auch Internet und Telefonie funktionieren. Außerdem könnten so Entgelte für Teilnehmeranschlüsse eingespart werden.

Versatel ist ein Verbund aus örtlichen und regionalen Telefongesellschaften und damit einer der Konkurrenten der Deutschen Telekom bei der Bereitstellung von Vollanschlüssen. Das Netz von Versatel deckt momentan etwa 20 Prozent des Bundesgebiets ab. Rund 1.380 Beschäftigte an 14 deutschen Standorten zählen zum Unternehmen. Bei einem Jahresumsatz von gut 700 Millionen Euro wurden mehr als 660.000 Kunden bedient. Diese Zahl soll nach Firmenplanung überdurchschnittlich schnell anwachsen.

Die Gehag Gruppe ist eine Tochter der Deutsche Wohnen AG, die mit dem Verkauf der AKF das Geschäftsfeld Kabeldienstleistungen vollständig aufgibt und sich stattdessen auf ihr Kerngeschäft Wohnimmobilien konzentriert.
Quelle: sueddeutsche.de vom 18.6.08