Walther-Glas muss Insolvenz beantragen

Datum: 18.05.2011
Walther-Glas aus Bad Driburg stellte gestern einen Insolvenzantrag. Damit haben die 400 Mitarbeiter in Ostwestfalen nach einer sich über Monate hinziehenden Hängepartie nun endlich Gewissheit. Leider keine gute. Auch der zum Insolvenzverwalter bestellte Dr. Norbert Westhoff geht davon aus, dass der Antrag schon deutlich früher hätte eingereicht werden sollen um effektive Gegenmaßnahmen einzuleiten.

Immerhin stärken die meisten Zulieferer der Belegschaft den Rücken und wollen dem Unternehmen treu bleiben. Der stellvertretende Bezirksleiter der Industriegewerkschaft Bergbau Lothar Wobedo sieht eine Grundvoraussetzung für den Fortbestand von Walther-Glas darin, dass die Schmelzwannen weiterhin durchgehend betrieben werden. Denn erkalten sie, werden sie unbrauchbar. Und für einen potenziellen Investor wäre das Unternehmen dadurch vermutlich unattraktiv.

Inwieweit die beiden anderen Werke des Unternehmens im sächsischen Schwepnitz und in Braunau in Österreich mit ihren 100 bzw. 150 Beschäftigten betroffen werden, bleibt abzuwarten. Aber auch dort sind einschneidende Maßnahmen zu erwarten. Walther-Glas fertigt Kelchgläser sowie Geschenkartikel und Gebrauchsgütern aus Glas.
Quelle: westfalen-blatt.de vom 18.5.11