Warburg-Bank kauft Konkurrentin

Datum: 20.04.2009
Das eher kleine Bankhaus Wölbern in Hamburg wird in den nächsten Tagen einen neuen Eigentümer bekommen. Zusammen mit dem Bundesverband deutscher Banken BdB übernimmt M. M. Warburg, ebenfalls in Hamburg ansässig, die schwächelnde Konkurrenz.

Wölbern rief bereits die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) auf den Plan, da das vorhandene Eigenkapital kaum noch über dem gesetzlich erlaubten Mindestwert lag. Besitzer Heinrich Maria Schulte konnte oder wollte an dieser misslichen Lage nichts ändern, weshalb ein Verkauf nun das Vernünftigste zu sein scheint.

Schulte hat noch ein paar Tage Zeit einen anderen Käufer zu finden. Sollte das nicht geschehen, wird Warburg das Geldinstitut in der Hamburger Hafencity übernehmen, das mit einem Einlagevolumen von circa 500 Millionen Euro und einer Bilanzsumme von gut 700 Millionen Euro zu den kleineren seiner Zunft gehört. Nicht betroffen von der Übernahme ist das Emissionshaus Wölbern, das Schulte nach seinem Einstieg im Jahre 2006 von der Bank abgespalten hatte.

Warburg verfügt über Erfahrungen bei der Übernahme von Privatbanken, die durch die Akquisition von Marcard, Stein & Co, Carl F. Plump, Löbbecke und Hallbaum aufgebaut wurden. Mit einer Bilanzsumme von 4,3 Milliarden Euro in 2007 gehört das traditionsreiche hanseatische Unternehmen zu den großen unabhängigen Privatbanken in Deutschland.
Quelle: Hamburger Abendblatt online vom 18.4.09