Weberbank geht an Mittelbrandenburgische Sparkasse

Datum: 15.05.2009
Die Weberbank hat einen neuen Besitzer, die Mittelbrandenburgische Sparkasse (MBS). Damit kam die WestLB den Auflagen eines Beihilfeverfahrens der EU-Kommission nach, unter anderem die Weberbank bis Ende 2011 zu veräußern. Dies war zur Voraussetzung für die Gewährung von Staatshilfen gemacht worden. Die WestLB steckt auf Grund der Finanzkrise und eigener Fehlspekulationen in einer prekären Lage. Deshalb soll, wie die Berliner Morgenpost meldet, der Übernahmepreis auch relativ niedrig gewesen sein.

Bei der MBS stellt sich die Situation momentan deutlich positiver dar. Nicht nur weil die Sparkassen generell die Finanzkrise besser wegstecken. Auch innerhalb des Sparkassenverbandes gilt die MBS als gutes Pferd. Ihr Überschuss 2008 belief sich auf 53,3 Millionen Euro. Seit Jahren kann sie es sich leisten Millionenbeträge für ihre Rücklagen zur Seite zu legen. Mit rund 1.600 Mitarbeitern ist sie die größte Brandenburger Sparkasse.

Die in Berlin ansässige Weberbank wurde 1949 als Privatbank gegründet und hat ihren Fokus auf vermögende Privatkunden gelegt. Sie soll auch bei der MBS, die sich damit neue Potenziale erschließt, unter eigenem Namen weiterarbeiten. Schon einmal musste sie auf Grund Brüsseler Beschlüsse verkauft werden. 2005 trennte sich die heutige Landesbank Berlin von der Weberbank, die seitdem vier verschiedene Chefs verschlissen hat.

Neben zwei Berliner Standorten verfügt das Bankhaus über Niederlassungen in Bielefeld, Düsseldorf und Essen. Und genau das könnte sich für die MBS zum Problem ausweiten. Denn sie verstößt mit dem Kauf gegen das Regionalprinzip, das sich der Verbund der Sparkassen als Handlungsgrundlage verordnet hat. Danach ist das Geschäftsgebiet aller zugehörigen Geldinstitute auf die Region ihrer Träger begrenzt um Konkurrenzsituationen untereinander auszuschließen. So dürften vor allem die Berliner Sparkasse, aber auch deren Kollegen in Bielefeld, Düsseldorf und Essen dem Erwerb der Weberbank durch die MBS skeptisch gegenüber stehen.
Quelle: Berliner Morgenpost-Online vom 15.5.09