Wer kauft den Kaufhof?

Datum: 18.03.2008
Die Metro will den Kaufhof verkaufen. Die Mehrheitsaktionäre, die weitverzweigte Duisburger Haniel-Dynastie und die Familie Schmidt-Ruthenbeck wollen den Kaufhof los werden.

So weit so gut und auch verständlich. Denn der Kaufhof dümpelt seit Jahren. Bei einem Umsatz von 3,6 Milliarden Euro in 2007 kam der Kaufhof auf ein EBIT von nur 107 Millionen Euro. Die beiden Jahre davor war es noch wesentlich schlechter. Zumal der Kaufhof auch keine strategische Perspektive bietet. Im Gegensatz zu den anderen Vertriebslinien Metro, Saturn/Media Markt, Real gibt es den Kaufhof nur in Deutschland und Belgien.

Ein Verkauf ist nur konsequent und wird auch im Geschäftsbericht 2007 angedeutet. Denn die Metro hat für ihren wirtschaftlichen Erfolg eine eigene Kennzahl eingeführt, den EVA. Ein positiver EVA wird erreicht, wenn das Geschäftsergebnis über den für die Finanzierung des Geschäftsvermögens notwendigen Kapitalkosten liegt und das ist beim Kaufhof marginal.

Nur die ganz große Frage: Wer kauft den Kaufhof? Ein Handelskonzern? Edeka und Rewe haben mit ihren aktuellen Zukäufen genug zu tun. Karstadt wird sich sicherlich nicht auch noch den Kaufhof ans Bein binden. Ausländer wie Carrefour und Ahold werden sicherlich auch kein Interesse haben. Die haben alle den Untergang von Wal Mart vor Augen.

Bleibt eigentlich nur ein Finanzinvestor. Denn der kann die Immobilien weiterverkaufen und versuchen den Restkonzern so gerade eben über Wasser zu halten. So wie es gerade mit Hertie geschieht.

Quelle: Die WELT