Wer will Hertie?

Datum: 23.08.2007
Das es bei Hertie nicht so läuft, ist offensichtlich. Die Kaufhauskette ist alles andere als profitabel. Die Gewinnzone soll erst 2008 erreicht werden. Jedes fünfte der 73 Warenhäuser arbeitet mit Verlusten.

Zudem haben zwei Vorstände das Unternehmen verlassen. Dafür kam Dr. Kay Hafner, der vorher vier Jahre lang die deutsche Wal-Mart Niederlassung geführt hat. Wal-Mart hat sich bekanntlich aus Deutschland zurückgezogen und wurde quasi an Real verschenkt.

Bereitet also Hafner den Rückzug und den Verkauf an einen neuen Eigentümer vor? Schnappt sich Dawnay Day die Immobilien und verschenkt den Rest? Letztlich ist Daynay Day ein auf Immobilien spezialisierter Investor und kein typischer Finanzinvestor.

An diesem Gerücht könnte was dran sein. Das Handelsblatt berichtete bereits im Juli, dass die Kette in zwei Teilen verkauft werden soll. Die Immobilien sollen getrennt vom operativen Geschäft veräußert werden. Der Verkauf wird zwar vom Investor und Management dementiert, aber was sind schon Dementis?

Update 23.8.2007
Dazu passt, dass man den Bau einen neuen Kaufhauses in Straubing ankündigt, das im Herbst 2008 eröffnet werden soll. Das klingt alles nach Ablenkungsmanöver denn es ändert nichts an dem eigentlichen Hertie-Problem: Zu geringe Margen und mittelmäßige Lagen.
(sd)

Update 23.11.2007
Wie die Lebensmittelzeitung berichtet soll bei Hertie jeder 7. wegfallen. Die Kaufhauskette will angeblich 726 Vollzeitstellen streichen. Weniger Personal soll es wohl richten. Das kann nicht gutgehen. Vermutlich will man auch einige unrentable Häuser schließen. Oder Häuser die sich gut verkaufen lassen.

Quelle: Handelsblatt, eigene Recherche