Wird TUI zerschlagen?

Datum: 28.09.2007
Der US-Investor Wyser-Pratte hat sich mit 40-Millionen-Euro an der TUI beteiligt. Was folgen wird, ist wohl klar: Wyser-Pratte will TUI zerschlagen. Das hat er schon bei IWKA und vielen anderen Unternehmen gezeigt. Dabei geht er mit ziemlicher Penetranz vor und zeigt dem Management seine Fehler auf.

Das Motto von Wyser-Pratte ist billig kaufen, aufpolieren und teuer verkaufen. Das was jeder Gebrauchtwagenhändler macht. Für Wyser-Pratte ist Business Kampf. Und den kennt er: Von 1962 bis 1966 diente er als aktiver Offizier in einem Aufklärungsbataillon der 3. Marine-Division in Vietnam.

Wyser-Pratte wirft dem Management vor, dass es "keine vernünftige Strategie, keine Transparenz und keine Leistung gibt. Egal welchen Maßstab man anlegt - TUI liegt immer spektakulär unter dem Durchschnitt".

Und damit hat der Mann Recht. Der Umbau von der Preussag zur TUI ist nicht ganz so gelungen wie es scheint. Ausgegliederte Töchter wie der Stahlkonzern Salzgitter sind heute mehr wert als die einstige Mutter. Auch die Umbenennung von Hapag LLoyd Flug und HLX in TUIYFly war nicht wirklich clever. Denn andere Reiseveranstalter schicken Ihre Kunden ungern mit dem Namen ihres Mitbewerbers in den Urlaub.

Außerdem hat der Vorstand es versäumt rechtzeitig die Containerschifffahrt zu verkaufen. Wofür braucht ein Reisekonzern Containerschiffe?

Und was ist überhaupt das Konzept des Reisekonzerns? Möglichst viele Veranstalter zu bündeln? Wo sind die starken Reiseportale? Expedia, Opodo, HRS, Hotel.de aber keines gehört der TUI. Wofür braucht man den Pauschalreiseveranstalter überhaupt noch, wenn man über das Internet alles so buchen kann: Flüge, Hotels, Autos.

Quelle: Spiegel Online