Zeit für Uhrenhersteller Kienzle läuft ab

Datum: 25.01.2010
Dreimal wechselte in letzter Zeit der Besitzer, doch alle Rettungsversuche scheinen nun gescheitert. Kienzle, eine der traditionsreichsten deutschen Uhrenmarken, steht vor dem Aus. Das Unternehmen, das zuletzt in Hamburg ansässig war, musste Insolvenz anmelden. Am Hamburger Amtsgericht wurde ein vorläufiger Insolvenzverwalter bestellt.

Kienzle wurde 1882 in Schwenningen gegründet und entwickelte sich in den 1960er und 1970er Jahren zum Marktführer in Deutschland. Der Uhrenhersteller fertige die erste Solaruhr, die erste batteriebetriebene Uhr und das erste Quarzwerk. 1997 ging das Unternehmen an die Highway Holding aus Hongkong, die den stockenden Absatz wiederbeleben wollte. Die Chronometer wurden in China auf Originalmaschinen produziert und über Schwenningen vermarktet.

2002 wurde dann die Marke unter neuem Dach in Deutschland neu gegründet. Mit mäßigem Erfolg, weshalb sie Jahre später erneut verkauft wurde. 2007 stiegen zwei Hamburger Geschäftsleute bei Kienzle ein. Es folgten Neuentwicklungen und 2009 erwarb Kienzle noch die zahlungsunfähige Uhrenmanufaktur Lacher. Auch dieser Schritt konnte die Pleite jedoch nicht verhindern. Wie es weitergehen soll, ist noch nicht bekannt.
Quelle: schwarzwaelder-bote.de vom 24.01.2010